Ortstermin: Julia Klöckner die Attraktion beim ersten Frühlingsempfang der Dürkheimer CDU
Julia Klöckner ist die Attraktion auf dem ersten Frühlingsempfang der Dürkheimer CDU. Die Chefin der rheinland-pfälzischen Christdemokraten trinkt gerne Grauburgunder, mit der Kurstadt verbindet sie das Standardprogramm - Wurstmarkt, Saline, Fass.
Aus ihrem Ziel macht sie kein Geheimnis: Ministerpräsidentin 2016.
Ihr Glas Riesling bleibt an ihrem Platz zurück, als Julia Klöckner von den Moderatoren Johannes Steiniger und Markus Wolf auf das Podium gebeten wird. Steiniger, Landesvorsitzender der Jungen Union, weiß, dass Klöckner eh einen Grauburgunder dem "König der Weißweine" vorzieht. Sie habe vor Ostern gefastet, wird die ehemalige Deutsche Weinkönigin zum Abschluss aus dem Nähkästchen plaudern, und sechs Wochen lang auf Alkohol verzichtet - auch auf ihren geliebten Grauburgunder. "Sie verstehen", sagt sie lachend, "die Auferstehung des Herrn war für mich ein ganz besonderes Fest."
Ja, sie kann mit den Leuten, die 39-Jährige aus dem rheinhessichen Guldental bei Bad Kreuznach. Sie hat Charme und Humor, geht offen auf die Menschen zu, lacht viel, bekommt viele Lacher. Sie mag die Arbeit "an der Basis", die Besuche bei den Ortsvereinen. "Kommunal-, Landes- und Bundespolitik hängen miteinander zusammen", sagt sie am Dienstagabend zu den Parteifreunden, die zu genau jenen drei Themenbereichen die Mitglieder eingeladen hatten, vorab Fragen zu stellen. Knapp zehn sind der Aufforderung nachgekommen, überwiegend geht es natürlich um die überregionalen Themen und "Aufreger".
Klöckner spricht sich gegen Windräder am Haardtrand aus, betont gleichzeitig aber, dass die Energiewende nicht kostenlos sein werde - "weder finanziell als auch optisch". Die B271 müsse im Norden weiter ausgebaut werden, sagt sie. In welcher Form, lässt sie offen. "Die CDU muss ihre Position halten." Beim Thema Kommunalreform macht sich Klöckner erstmals Luft. Es dürfe "keine Willkür", geben, sagt sie. Zwangsfusionen von Verbandsgemeinden beispielsweise ab Juli diesen Jahres machen für sie keinen Sinn. Es gelte, Kriterien zu definieren und dann aus einem Guss zu handeln.
Wäre der Wahlkampf nicht erst ein Jahr vorüber, man hätte glauben können, er stehe vor der Tür. Spätestens bei den "Affären" der Landesregierung hat sie sich warmgeredet, lässt keine Gelegenheit aus, Spitzen abzufeuern, vornehmlich gegen den Ministerpräsidenten. Den knapp hundert Parteifreunden gefällt"s - auch wenn die "Zukunft unserer Region", um die es laut Ankündigung auch gehen sollte, nach anderthalb Stunden gegenüber der "hohen Politik" etwas kurz gekommen ist. Aber sie dürften ohnehin einzig und allein wegen Julia Klöckner gekommen sein... (svw/rhp)